Sectio-Auge

+ Fachliche Grundlagen:

1. Aufbau des Rinder- / Schweineauges

Alle Säugetiere besitzen ein vom gleichen Prinzip aufgebautes Auge. Deshalb ähnelt das Rinder- bzw. Schweineauge dem menschlichen Auge. Allerdings ist das Rinderauge ungefähr 2-mal so groß wie das Schweineauge.

Rinder bzw. Schweine besitzen ein sog. Linsenauge, das die höchstentwickelte Art von Sehorganen ist und dieses Sehorgan lässt sich in drei Gruppen aufteilen:
- Augapfel (lat.: bulbus oculi)
- Anhangsorgane mit Schutzeinrichtungen (Tränenapparat, Augenmuskel, Augenlieder,...)
- Sehbahn (Sehnerven (lat.: nervus opticus), Retina (Netzhaut),....)

 

Sectio-Auge.html©http://www.blind-isis.at/isis/sensibilisierung/dasauge/pathologie.html

2. Schutzeinrichtungen des Rinder-/ Schweineauges

- Augenlieder (Reinigung der Augen und Hauptschutzeinrichtung)
- Wimpern (bei Berührung – Liedschlussreflex)
- Augenbrauen (Abhalten von Flüssigkeiten)
- Tränendrüsen (Reinigung der Augen)

Nähere Informationen über Rinder- und Schweineaugen bzw. Linsenaugen finden sich auf dieser Seite unter den Punkten <Tierauge> und <Menschliches Auge>.

+ Sektion eines Rinder-/ Schweineauges

1. Material

Rinder-/ Schweineauge (möglichst frisch), Sezierbesteck & Sezierwanne, Zeitungspapier

2. Versuchsanleitung

Man bereitet das Auge in der Sezierwanne vor und richtet sich die entsprechenden Instrumente zum Sezieren her.

 

sectio-auge2©http://www.stanford.edu.doc

Mit einem scharfen Skalpell und einer scharfen Schere werden das Bindegewebe und die restlichen Muskelfasern, die den Augapfel bewegen und an diesen hängen, entfernt, sodass ein sauber präparierter Augapfel sichtbar ist.

 

sectio-auge3©http://images.gesichterparty.de/images/imagecache/user_galerie/76165/image/7616544.jpg

 

Nun schneidet man das Auge vorsichtig in der Äquatorebene auf, indem man zuerst einen kleinen Stich mit dem Skalpell setzt und dann durch diesen Stich, mit der Schere, das Auge teilt. Hier muss man aufpassen, dass man den Glaskörper nicht beschädigt.

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©http://www.uni-tuebingen.de/abot/versuche/vers3.html

Die beiden Augenhälften werden auseinander genommen, wobei der Glaskörper in der Hälfte der Linse bleibt. In der anderen Hälfte befindet sich die Retina, die aus zwei Schichten besteht. Die Schicht, die dem Glaskörper anliegt, enthält die erste informationsverarbeitenden Schaltzellen, deren Axone als „Nervus Opticus“ austreten und die Sehzellen. Nun betrachtet man den Austritt des Augennervs näher. Außerdem wird diese Schicht aus dem Augen genommen.

5.) Die so freipräparierte zweite Schicht ist das Pigmentepithel. An der Schnittfläche sind die innengelegene Adernhaut (Chorioidea) und die außengelegene Bindegewebehaut (Skelera) zu unterscheiden.

6.) Nun wird der Glaskörper vorsichtig aus der vorderen Augenhälfte gelöst. Hier schwimmtdie Linse obenauf. Jetzt sieht man die Aufhängevorrichtung der Linse und der Iris, die so genannten schwarz gefärbten Linsenbänder.

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©http://www.uni-tuebingen.de/abot/versuche/vers3.html

Zu guter letzt löst man vorsichtig die Linse mit einer Pinzette aus dem Glaskörper. Hier muss man darauf achten, die Linse nicht zu verletzt um die letzte Untersuchung durchführen zu können. Man legt die freipräparierte Linse auf ein Stück Zeitungspapier und kann erkennen, dass der Schriftzug vergrößert wird. Es handelt sich hier um den Vergrößerungseffekt der Linse.

Zusammenstellung: Andreas Gusenbauer, Marco Hans